Kennst Du das? Du fängst an zu sprechen und schon ist er da? Der Frosch, der einfach nicht weggehen möchte? Du räusperst und räusperst, aber es bringt nichts, er verschwindet einfach nicht. Auf dieser Seite findest Du Sofortlösungen von uns als Stimmexperten mit abgeschlossenen Gesangsstudien.
Kurzfassung: Heiserkeit ist meist harmlos und klingt oft von selbst ab – wenn du deine Stimme ruhig nutzt (nicht flüstern), befeuchtest (trinken, Luftfeuchte, Inhalation) und Druck vermeidest. Bei Heiserkeit länger als 3–4 Wochen (oder früher bei Warnzeichen) bitte zum HNO.
Auf einen Blick: Heiserkeit schnell lindern
👉Sanft sprechen, nicht flüstern – Flüstern und extra laut sprechen belasten zusätzlich. Sprich leise-normal in deiner bequemen Tonlage oder gönn dir Stimmruhe.
👉Befeuchten & trinken – lauwarmes Wasser/Tee; Raumluft befeuchten; optional Inhalation mit Kochsalz (feiner Nebel).
👉Räusper-Ersatz – statt hartem Räuspern: Trinke bitte einen Schluck Wasser und huste den Schleim weg.
👉Atemtypgerechte Haltung & Stimme aufwärmen
👉Kurz-Übungen – Summe – dies entlastet die Stimmbänder und massiert sie sanft.
👉Wann zum HNO? – Spätestens nach 4 Wochen anhaltender Heiserkeit oder bei Warnzeichen (Atemnot, starke Schmerzen, Fieber etc.).
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Diagnose.
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Was passiert bei Heiserkeit – und warum fühlt es sich an wie ein „Frosch“?
Heiserkeit (Dysphonie) entsteht, wenn die Stimmlippen nicht frei schwingen – z. B. durch Erkältung/Kehlkopfentzündung, Überbeanspruchung, Rauch, trockene Luft oder Reflux. Stress verstärkt oft die Muskelspannung im Kehlkopfbereich.
Akuthilfe: Das hilft jetzt wirklich
1) Sanft sprechen statt flüstern oder „drüberreden“
Flüstern schickt mehr Luft durch die Stimmbänder und führt zu schnellerem Austrocknen, zu lautes Sprechen erhöhen den Druck auf die Stimmlippen. Besser ist: ruhig in bequemer Tonlage sprechen, kurze Sprechpausen einbauen.
2) Befeuchten & trinken
Lauwarmes Wasser/Tee über den Tag verteilt, Raumluft befeuchten und – bei Bedarf – inhalieren z.B. mit Salzwasser. Der feine Nebel erreicht Kehlkopf & Atemwege besser als Gurgeln.
Pragmatischer Zusatz: Wenn Kohlensäure dich reizt oder Reflux verstärkt, greif zu stillem Wasser.
3) Räuspern ersetzen
Harter Räusper-Stoß reizt die Stimmlippen und kann sie sogar verletzen. Wenn der Frosch im Hals wieder einmal lästig ist, trinke bitte einen Schluck Wasser und huste den Schleim weg. In meinem Buch „Starke Stimme, Starke Wirkung“ habe ich ausgeführt, welche Arten des Räuspern es aus meiner Sicht der Stimmexpertin gibt und wie Du herausfindest, ob oder wie Du es loswirst.
4) Nimm atemtypgerechte Haltung ein
Kontrolliere bitte immer wieder, welche Haltung Du beim Sprechen hast! Nimm atemtypgerechte Haltung beim Sprechen ein, dann wird der Frosch gar nicht erst zu Dir kommen. Aber was ist nun diese ominöse atemtypgerechte Haltung? Lies in einem eigenen Blog mehr darüber!
5) Wärme Deine Stimme auf
Gehe nie ohne Stimme aufwärmen in eine Sprechsituation. Dies geht mit ganz einfachen Übungen. Summen, Lippenflattern und schon ist Dein Körper und sind Deine Stimmbänder wärmer. Sprechen ist Leistungssport für alle beteiligten Muskeln, diese sollten für diesen Kraftakt vorbereitet sein.
Zwei Mikro-Übungen, die sofort entlasten (30–60 Sek.)
Wichtig: Ohne Druck üben. Bei Schmerz oder Atemnot abbrechen und ärztlich abklären.
A) Hum-Sirene
Leises „mmm“ summen, Ton sanft von etwas tiefer nach etwas höher gleiten lassen und zurück. Fokus auf Vibration vorne (Lippen/Nasenrücken).
Warum? Summen erzeugt einen sanften Stimmbandschluss der Stimmbandränder. Das sanfte Aneinanderlegen und Schwingen führt zu Resonanz und Vibrationen, die wie eine Massage auf Deinen Kehlkopf wirken.
B) Lippentriller
Lippen locker „vibrieren“ lassen (brrrr), leise starten, langsam steigern.
Warum? Auch diese Übung gehört zu den Übungen, die einen sanften Stimmbandschluss und gesundheitsfördernde Vibrationen hervorrufen.
Häufige Fehler (bitte vermeiden)
❌ Flüstern („Ich schone ja…“) → belastet.
❌ Dauer-Räuspern → reizt.
❌ Trockene Luft, viel Koffein/Alkohol, Rauch → trocknet aus und irritiert.
❌ „Drüberreden“ bei Lärm → erhöht Druck. Unbedingt Sprechpausen einlegen.
Wann zum Arzt?
👉Spätestens nach 4 Wochen anhaltender Heiserkeit.
👉Sofort, wenn Heiserkeit mit Atemnot, starken Schmerzen, Fieber, Blut im Speichel oder Schluckbeschwerden einhergeht – oder wenn du Raucher:in bist.
Weiterführend: Stimme ohne Druck – auch bei viel Sprechen
Langfristig hilft atemtypgerechtes Sprechen, und körperunterstütztes Sprechen, um eine Überbelastung der Stimmbänder zu vermeiden. Oft verursacht zu viel Druck, Müdigkeit und Heiserkeil. Beobachte, ob es speziell bei langen Calls, übermäßiger Lautstärke und Störschall oder in heiklen Situationen auftaucht. Etabliere unbedingt 2–3 passende Resonanz-Routinen, die Du mit Deinem atemtypgerechten Stimmtrainer ausgewählt hast. Hier kannst Du in unser Stimmtraining Angebot in Wien, Amstetten und Online hineinschnuppern.
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🎧 1:1-Check bei anhaltender Heiserkeit unter Sprechbelastung
Wenn deine Stimme wiederholt nach Meetings, Unterrichten, Calls oder Vorträgen wegbricht bzw. heiser wird, lohnt sich ein kurzer 1:1-Check (Atemführung, Resonanz, Belastungsprofil) bei uns im Kennenlerngespräch, im Stimmtraining online.
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Quellen:
NHS – Laryngitis: nicht flüstern/zu laut sprechen nhs.uk
HNO-Ärzte im Netz: hno-aerzte-im-netz.de+1
Apotheken Umschau: Inhalieren (NaCl) ≫ Gurgeln; befeuchtet tiefer. Apotheken Umschau
Was hilft schnell gegen Heiserkeit?
Sanft sprechen (nicht flüstern), befeuchten & trinken, Inhalation mit Salzwasser; Räuspern durch leises Summen ersetzen.
Soll ich gurgeln oder inhalieren?
Gurgeln wirkt vor allem im Rachen; Inhalation erreicht Kehlkopf & Atemwege besser (feiner Nebel).
Welche Übungen sind sofort sinnvoll?
Hum-Sirene und Lippentriller: erhöhen Resonanz, senken Druck.
Wann muss ich zum HNO?
Spätestens nach 4 Wochen anhaltender Heiserkeit oder sofort bei Warnzeichen (Atemnot, starke Schmerzen, Fieber, Blut im Speichel, starke Schluckbeschwerden).
Ich werde nach langen Meetings/Unterrichten heiser – was tun?
Kurzcheck von Haltung, Atemführung & Resonanz (1:1), anschließend 2–3 atemtypgerechte Stimm-Routinen; parallel ärztlich abklären, wenn es wiederkehrt.
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