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Ist Dein Ballon lieber halbvoll oder halbleer ;-)?

    Warum Atmung Deine Stimme prägt (Dein Inhalt, strukturiert)

    Hast Du Dir schon einmal Gedanken über Deine Atmung gemacht? Unser Körper verrichtet automatisch so viele Dinge – manches können wir bewusst wahrnehmen, zum Beispiel die Atmung. Sie ist die Basis für eine gesunde, wohlklingende Stimme. Bist Du außer Atem, wirkt Deine Stimme oft verhaucht und schwach. Ist Deine Atmung gut trainiert, hält Deine Stimme länger durch und klingt stabil.

    Aus meiner Erfahrung: Mit den richtigen, passenden Atemübungen kommst Du zur Ruhe und in Deine Kraft. Übst Du aber jahrelang „falsch“, gerät Dein System in eine Schieflage. Dein Atemtyp ist verantwortlich, welche Übung für Dich stimmig ist.

    Der Ballon – Dein Bild für Balance

    Stell Dir vor, Dein innerer Ballon ist in Ruhe halbvoll.

    Variante A: Du füllst ihn bewusst auf, hältst kurz inne – und das Ausatmen fließt anschließend fast von selbst zurück zur Hälfte.

    Variante B: Du gibst die Luft bewusst dosiert her (z. B. beim Sprechen oder auf ein langes „ssss“). Ganz am Ende, wenn der Ballon leer ist, setzt Du einen sanften „Weghüpf“-Impuls im Bauch – und das Einatmen kommt reflektorisch bis zur Hälfte zurück.

    Beides ist okay. Problematisch wird es, wenn die Waage zu oft aus dem Gleichgewicht gerät – also chronisch „zu voll“ oder „zu leer“. Dann reagiert Dein System, und wir hören es: Der Stimmklang bleibt unter seinen Möglichkeiten. Deine Stimme kann klar, kraftvoll, dunkel und hell zugleich sein – abwechslungsreich, wohlklingend.

    Meditations-/Konzentrationsübung – mach’ gleich mit

    Wenn Du eine Meditationsübung oder Konzentrationsübung machst: Kommst Du in Deine Mitte, kommst Du in Ruhe, wenn Du lange und dosiert z. B. auf „s“ ausatmest und danach loslässt?

    Mach’ gleich mit: sssssssssssssssssssssst, ein paar Mal hintereinander.
    Wie fühlst Du Dich? Gibt Dir diese dosierte Atmung Power – oder fühlst Du Dich danach eher ausgepowert, weil Du zu viel Luft ausgeatmet hast und Deinen „Ballon“ zu sehr entleert hast?

    Wird Dir dabei vielleicht ein bisschen schwindelig, mulmig, weil Du zu viel Luft hergegeben hast – oder zu viel Luft geholt hast?

    Zwei Atemtypen – das Ballon-Bild

    Es gibt zweierlei Atemtypen, dies haben schon Ärzte wie z. B. Dr. Hagena festgestellt.

    Stell Dir vor, Dein Ballon ist halb voll, wenn Du in Ruhelage bist. Füllst Du ihn mit Deiner Atemmuskulatur bewusst ganz voll, hältst kurz die Luft an und lässt den Atem automatisch ausströmen, bis Du wieder beim halbleeren Ballon angelangt bist… dann beginnt das System wieder von vorne. Kommst Du einmal unter die Hälfte, macht dies nichts. Gibst Du aber immer zu viel her und bist immer unter der Hälfte, wird Dein Atmungssystem unrund und Dein Körper in einer unerwünschten Form reagieren.

    Wie geht es Dir mit dieser Vorstellung?

    Oder vielleicht bist Du der andere Typ… Du startest wieder beim halbaufgeblasenen Ballon, gibst aber Deine Luft bewusst dosiert her (z. B. beim Sprechen oder durch bewusstes Ausatmen auf „s“). Ganz zum Schluss, wenn der Ballon ganz leer ist, gibst Du Dir einen Weghüpf-Impuls mit Deinem Bauch – und dadurch füllt sich der Ballon ganz automatisch wieder bis zur Hälfte.

    Atmest Du über die Hälfte, bring beim nächsten Ausatmen die „Überdosis“ an Luft weg. Atmest Du aber immer bewusst zu viel ein, weil Du Dir vielleicht angewöhnt hast, dass Du vorm Sprechen, vorm Singen einatmen musst, kommt diese Waage in Ungleichgewicht.
    Der Ballon mag auf Dauer nicht zu voll oder zu leer sein. Kommt die Waage zu oft zu sehr aus dem Gleichgewicht, wird unser Körpersystem reagieren und dieses Ungleichgewicht anzeigen. Dies wird sich bei jedem individuell zeigen – und wir werden es hören.
    Der Stimmklang wird nicht so stark sein, wie er es sein kann. Deine Stimme kann klar, kraftvoll, dunkel und hell zugleich sein, abwechslungsreich, wohlklingend.

    Bei welchem Bild fühlst Du Dich mehr angesprochen, beim Ballon, der sich anfüllt und wieder zur Hälfte leert, oder beim Ballon, der sich ganz leert und zur Hälfte zurückgeht?

    Meine Erfahrung

    Ich habe über Jahre hinweg gesagt bekommen, dass ich meine Atmung dosieren muss, dass ich mich durch Ausatmen entspannen muss, dass ich ja nicht einatmen darf, dass man das Einatmen nicht sehen darf, dass Brustkorbheben beim Atmen „böse“ sei und sich einzig und allein der Bauch beim Atmen bewegen darf.
    Und der Erfolg waren Stimmverlust, Tinnitus, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Allergien usw.

    Heute weiß ich: Pauschalen nützen selten. Entscheidend sind Dein Atemtyp und die ökonomische Anwendung.

    Kurzer Selbsttest (30 Sekunden)

    1. Ballon-Gefühl: Fühlt sich „bewusst Einatmen → Ausatmen fließt“ stimmig an – oder „bewusst Ausatmen → Einatmen kommt von selbst“?
    2. Zisch-Check: Atme normal ein, lass auf „ssss“ gleichmäßig ausströmen. Wird Dir rasch mulmig oder bricht die Luft ein? → Druck/Über- oder Unterfüllung. Bleibt es ruhig? → Ökonomisch.

    Bitte nicht

    • Ein- und Ausatmung gleichzeitig aktiv forcieren – das erschöpft.
    • Vor jedem Satz demonstrativ „Luft holen“ oder den ersten Ton pressen.
    • Den Ballon chronisch über- oder unterfüllen.

      Nächster Schritt

      Möchtest Du gleich mit dem richtigen Atem- bzw. Stimmtraining starten, das Deinem Typ entspricht? Möchtest Du gleich den richtigen Weg gehen, der Dich zum Strahlen von Innen bringt und Dich total ausgeglichen macht? Stimme macht stimmig, Stimme macht Stimmung. Stimme kann Herzen berühren und Dein Publikum verzaubern. Dafür musst Du Dein eigenes System verstanden und erkannt haben – und es durch die richtige atemtypgerechte Haltung & Atmung und durch den typenabhängigen Stimmsitz positiv unterstützen!

      Mehr zu den Atemtypen findest Du auch in meinem Buch „Starke Stimme – Starker Auftritt“, in unseren Live-Workshops und natürlich im 1:1 Stimmtraining in Wien, Amstetten & Online!

      Weil Ballon nicht gleich Ballon ist ;-)!

      Weiterlesen

      Atemtypen: Ruhe oder Bewegung: Welcher Typ bist Du? – wichtig für Vortrage, Speaking, Mitarbeitergespräche, Verkaufsgespräche

      Atmest Du richtig? – Atemtyp & kombinierte Atmung

      Heiserkeit-Guide: 7 Tipps – ohne Räuspern

      Stimmtraining Wien / Erstgespräch

      Atemtypgerechtes Stimmtraining auch auf meiner Seite www.angelakiemayer.at

      Terlusollogie als Praxis-Modell zum Atemtyp

      FAQs

      Was bedeutet „Ballon halbvoll/halbleer“?

      Das ist ein Bild von mir „erfunden“. Es beschreibt die beiden Atemtypen, denn es ist entscheidend, welche Atemphase bei Dir die bewusste ist. Setzt Du beim Einatmen einen aktiven Impuls? Oder setzt Du ihm beim Ausatmen und musst Du oft über das Einatmen gar nicht nachdenken, es kommt inspiratorisch, reflektorisch – automatsich.

      Wie finde ich meinen Atemtyp?

      Für das Herausfinden des Atemtyps kann ich Dir die Übungen oben empfehlen. Aus meiner Erfahrung braucht es aber meist den Atemtyp-Quickcheck im Stimmtraining.

      Hilft das auch bei Heiserkeit, Stimmverlust nach langem Sprechen und zu leiser Stimme?

      Definitiv. Kennst Du Deine atemtypgerechte Stimmanwendung und verwendest Deine Stimme atemtypgerecht, wird Deine Stimme kräftig und durchhaltefähig.

      1 Gedanke zu „Ist Dein Ballon lieber halbvoll oder halbleer ;-)?“

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